|
Schön, dass Ihr wieder dabei seid. Das ist mein zweiter Newsletter und ich verspreche, dass ich irgendwann nicht mehr mitzählen werde, aber im Moment ist das alles immer noch sehr aufregend für mich.
Zur ersten Ausgabe habe ich viele schöne Reaktionen bekommen. Ihr sagt, dass Euch die Idee dieses Newsletters gefällt, aber vor allem, dass Ihr mehr davon wollt.
Darüber freue ich mich natürlich sehr. Danke! |
| |
|
Heute möchte ich Euch einen meiner Lieblinge vorstellen. Studio Mattes ist eine Keramikwerkstatt aus Belgien, die regelmäßig etwas eigentlich Unmögliches schafft: Schönheit im Unperfekten zu perfektionieren.
Was das heißt, könnt Ihr ab sofort in meinem Showroom sehen. Denn dann steht dort zum ersten Mal eine komplett gedeckte Tafel – mit meinem Lieblingsgeschirr von Studio Mattes: anthrazitfarbener Ton, zartrosa Mattglasur, gebrochene Ränder. Dazu Gläser, ebenfalls aus dieser Manufaktur. Alles strahlt eine perfekt unperfekte Schönheit aus. Die Schönheit des Zufälligen, des Moments. |
| |
|
Erschaffen werden diese Meisterwerke von Charlie Martens, Inhaber von Studio Mattes. Er ist im Gegensatz zu mir ein Autodidakt. Deshalb kann er Teller oder Schalen so anders und neu betrachten, wie es mir nach Ausbildung, Studium und Meisterprüfung nie gelang.
Mich fasziniert das, seit ich seine Arbeiten zum ersten Mal gesehen habe. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie er das wohl macht. Und nach Jahren habe ich die Frage endlich der richtigen Person gestellt: Charlie Martens selber. |
| |
|
Wie hast Du mit der Keramikherstellung angefangen? Ich weiß, dass Du Autodidakt bist. Und ich weiß auch, dass Du auf der Suche nach Formen und Ideen vielen Köchen zugehört hast. Aber wie bist Du an Deinen ersten Brennofen, an Glasuren, Tone und so weiter gekommen? |
| |
|
Ich habe als Autodidakt mit fast nichts begonnen: einem Beutel Ton, einem kleinen Tisch und dem Wunsch, zu verstehen, wie aus Erde etwas Bleibendes entstehen kann. Zu Anfang war jedes Stück ein Dialog zwischen Neugier und Scheitern.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich einen eigenen Brennofen brauchte, um den Prozess wirklich selbst in der Hand zu haben und die Verwandlung vom rohen Ton zur fertigen Form tatsächlich komplett zu kontrollieren. Der erste Brand fühlte sich an wie ein Ritual der Hingabe. Er war allerdings auch ein totaler Fehlschlag.
Seitdem entwickle ich ständig eigene Glasuren, teste lokale Materialien und lasse mich dabei von jedem Experiment zum nächsten leiten. |
| |
|
Mich interessieren Deine Gedanken zur Schönheit der Unvollkommenheit, insbesondere im Vergleich zum Wabi-Sabi in der japanischen Keramik. |
| |
|
Die Schönheit der Unvollkommenheit hat mich schon immer fasziniert. Ich fühle mich der japanischen Philosophie des Wabi-Sabi sehr verbunden, aber ich interpretiere sie nicht traditionell. Die japanische Keramik trägt oft jahrhundertealte Rituale und Verfeinerungen in sich. Mein Ansatz ist instinktiver, verwurzelt in Berührung, Zufall und Gefühl. Ich liebe die Momente, in denen sich der Ton leicht neigt und die Glasur verläuft. Solche Unregelmäßigkeiten fühlen sich echt an, authentisch. Sie erinnern mich auch daran, dass Perfektion leblos wirken kann, während Unvollkommenheit atmet. Meine Teller haben etwas Menschliches. |
| |
|
Wie siehst Du Deinen Weg, Töpfer zu werden, im Vergleich zum japanischen Weg? |
| |
|
In Japan ist der Weg zur Töpferei eine Lehre, die bestimmt ist von jahrelanger Wiederholung und Präzision unter Anleitung eines Meisters. Ich respektiere diese Disziplin zutiefst, doch mein eigener Weg war ganz anders – er war von Erkundung und Freiheit geprägt.
Ich habe durch Beobachten, Zuhören und immer wieder Ausprobieren gelernt. Meine Bildung liegt im Rhythmus des Prozesses, im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Hingabe. Ich suche mit Ton nach einer Balance zwischen Verfeinerung und Ursprünglichkeit, Tradition und Intuition, Stille und Ausdruck.
Jedes meiner Stücke ist ein kleines Zeugnis dieser Suche. |
| |
|
Ab sofort könnt Ihr einen Teil dieser Suche in meinem Showroom in der Giesebrechtstraße sehen, und dazu sogar noch einige Gläser von Studio Mattes. Kommt und staunt.
Ich freue mich auf euch! |
| |
|
2022 habe ich im Auftrag von Sophie Lehmann und Thomas Imbusch vier Linolschnitte zu den vier Jahreszeiten gefertigt, die mit den saisonalen Menüs in ihrem Restaurant 100200 in Hamburg korrespondieren.
Jetzt gibt es diese vier Linolschnitte in einer limitierte Auflage von je 20 Exemplaren exklusiv beim 100200. Handgedruckt auf Japanpapier (455 x 340 mm), die Motive haben jeweils 300 x 200 mm, gedruckt mit schwarzer Linolfarbe. |
| |
|
Achtung: Winzige Auflage, nur kurze Zeit verfügbar, und dann auch noch zu Weihnachten!
Preis pro Blatt: 238,00 € inkl. Versand. |
| |
|
Die Welt besteht nicht nur aus Geschirr. In dieser Rubrik geht es um andere schöne Dinge. |
| |
|
Das Nanum ist ein Restaurant hier in Berlin, das ich sehr gerne besuche. Es ist kein Kunde von mir, im Gegenteil: Jinok Kim, die ihr Restaurant mit 66 gegründet hat, fertigt die Keramik für Ihre Gerichte selbst – noch eine Autodidaktin.
Ich fühle mich dort unglaublich wohl und freue mich jedes Mal wieder, auf jeden einzelnen Bissen des Menüs. Wobei es Bissen nicht trifft: Es sind Elixiere, Konzentrate des Wesentlichen: eine Nudel aus Emmer mit Salz, Wasser, etwas Öl. Oder das Kimchi-Elixier, das zur Reinigung des Gaumens gereicht wird wie ein Sorbet. Auch eine Sensation: getrockneter Zander mit einer Mandel. Aber Ihr müsst es selbst probieren.
www.nanumberlin.com |
| |
|
Jinok Kim hat in mir eine Liebe zur koreanischen Küche erweckt, und so versuche ich seit ein paar Monaten, selbst koreanisch zu kochen, natürlich auf Alltagsniveau. Dabei hat mir ein Kochbuch sehr geholfen: „Zu Tisch in Korea“ von Su Scott. Ich bewirte jetzt meine Gäste mit einer sehr entspannten, gut vorzubereitenden koreanischen Hausmannskost und freue mich über mein selbstgemachtes Kimchi.
www.zsverlag.de |
| |
|
In den nächsten Wochen wird es wahrscheinlich bei uns allen ziemlich trubelig, Weihnachten steht vor der Tür, das Jahr geht dem Ende zu und plötzlich ist vieles gleichzeitig zu erledigen. Ich wünsche Euch, dass es Euch dabei gut geht und das Leben schön bleibt!
Bis zum nächsten Mal hier oder vielleicht sogar bei mir in der Giesebrechtstraße! |
| |
|
Giesebrechtstraße 10 10629 Berlin +49 152 02688504 mail@tawl.berlin www.tawl.berlin |
| |
|