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Es ist vielleicht etwas überraschend, dass ich mich schon wieder melde – ich verspreche, dass das nicht zur Gewohnheit werden wird, aber hier im Showroom ist gerade so ein Wunder passiert, an dem ich Euch gerne teilhaben lassen möchte.
Und zwar sofort.

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Nun hatte ich kürzlich das große Vergnügen, einen neuen Eigentümer für ein großes Porzellanservice zu finden. Zugegeben, das Geschirr ist aus der Neuzeit, aber stilistisch durchaus ans Rokoko angelehnt (an die Zeit, in der u.a. das große Schwanenservice in Meissen entstand mit all seinen Aufsätzen und Wundern).

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Es handelt sich um das Service Sanssouci aus dem Hause Rosenthal, zu dem in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts noch Deckelterrinen, Ragouts, Knödelteller und natürlich Saucieren gehörten – alles sehr komplexe Formen, die man in modernen Servicen heute nur noch selten findet und die heute kaum noch hergestellt werden. Diese Arbeiten sind alle von einer Feinheit und Komplexität, wie man es nur bei manufakturell gefertigtem Porzellan findet.

Das Service gehörte Frau Eleonore Hertzberger-Katz, geboren in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts hier in Berlin Charlottenburg – tatsächlich hier gleich ums Eck vom heutigen Showroom. In ihrer Kindheit konnte sie im Winter noch Schlittschuh laufen gehen, dort, wo heute der Walter-Benjamin-Platz ist. Bevor sie dann vor den Nazis fliehen musste. Über die Niederlande, die Schweiz, die Pyrenäen nach Spanien und dann per Schiff nach New York. Verheiratet mit dem niederländischen Tuchfabrikanten Eddie Hertzberger, kehrte sie nach dem Krieg zurück nach Europa und zwar ins Tessin, wo sie ein kulinarisch-gesellschaftliches Leben führte. Für die Tessiner Tafeln wurde damals dieses Geschirr geschaffen, ursprünglich für 50 Personen!

Als Frau Hertzberger-Katz im hohen Alter beschloss, in ihrer Heimat alt zu werden, bezog sie zunächst eine Suite im Brandenburger Hof, der eine lange Zeit ihre Berliner Heimat werden sollte. Ihr Porzellan vermachte Sie dem ehemaligen Hoteldirektor, Herrn Markus Otto Graf mit dem Wunsch, dafür zu sorgen, einen perfekten kulinarischen Rahmen für dieses Geschirr in Berlin zu finden.

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Ilona Scholl und Max Strohe vom Restaurant Tulus Lotrek, auf der Suche nach Tellern, hatten hier im Showroom einen Termin mit mir vereinbart und kurz zuvor hatte ich die Teller dieses handbemalten umfangreichen Services zu Gesicht bekommen, das einst Eleonore Hertzberger-Katz gehört hatte.

Ich konnte mir die Teller so gut im Tulus vorstellen, diesem Ort mit den  geheimnisvollen Tapeten, dieser lukullischen Kochopulenz und der herzlichsten Zugewandtheit.

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Ilona und Max sahen diesen Teller – ich hatte ja nur einen Teller auf den Arbeitstisch im Showroom gestellt – und sie ahnten noch nicht, was da noch alles auf sie zukommen sollte. Ich spürte so etwas wie Liebe auf den ersten Blick.

Das war so ein wonniger Moment. Ich hatte das Gefühl zu sehen, was Ilona und Max sich gerade vorstellten, wie so eine Reminiszenz an die üppigen Tessiner Tafeln der Eleonore Hertzberger plötzlich Einzug hält in die Fichtestraße 24.

Wer von Euch noch nie im Tulus Lotrek war, dem kann ich nur sagen:

Wenn Ihr Euch mal so richtig was gönnen wollt, einen üppigen Abend voller Leidenschaft und Herzlichkeit, dann gönnt Euch einen Abend im TULUS. Ich mag diese Hochküche, die so unfassbar lässig daherkommt. Oder wie die Lotrekkies selbst sagen: Tulus Lotrek ist ein Restaurant mit furchtlosem, egozentrischen Küchenstil im Altbauwohnzimmer.

Auf jeden Fall gönnt Euch, Ilona und Max zu begleiten auf Ihrer Reise zum eigenen Restaurant, nachzuhören in diesem wunderbaren Podcast: 

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Ich könnte jetzt lang und breit hier rumschwärmen, wie gerne ich diesen Podcast höre – was sehr, sehr außergewöhnlich ist, da ich überhaupt nicht gerne Podcasts höre. Doch ich denke, Ihr hört am Besten selbst hinein, wenn Ihr mögt.

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Und bevor ich Euch noch verrate, was meine allerherrlichste Sommerlektüre war, möchte ich Euch hier noch schnell aufmerksam machen auf die ROLLING PIN CONVENTION in Düsseldorf, DEM Treff der Gastroszene mit Vorträgen, Workshops und den Freaks to Table, bei denen ich als Mitglied auch dabei bin und Teile meines mittlerweile überbordenden Showrooms zeige. Besucht mich am 28. Und 29.09.2026 auf dem Böhler Areal in Düsseldorf!  

 Die Eintrittskarten sind ausschließlich Mitarbeiter:innen der Gastronomie vorbehalten.

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Ich freue mich sehr auf zwei turbulente Tage, umgeben von wunderbaren Menschen, die auch alle Mitglieder sind bei den Freaks to Table.

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Zum guten Schluss verrate ich Euch hier also schnell noch meine Urlaubslektüre, die mich ins New York der neunziger Jahre gebeamt hat:

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Wenn Ihr Restaurantkritiken, die eher mit Herzblut als mit Tinte geschrieben sind, liebt, dann werdet Ihr an diesem Buch eine große Freude haben. Ihren Blick in das New York der 1990er Jahre fand ich großartig – ich selber war tatsächlich in der Zeit mehrfach in New York, ärgerlicherweise kulinarisch damals nicht sehr bewandert und der Geldbeutel hätte zu solchen Unternehmungen sowieso nicht gepasst.

Wie Ruth Reichl dazu kam, Restaurantkritikerin der legendären New York Times zu werden und sich überhaupt für Kulinarik zu interessieren, habe ich dann gleich auch noch nachgelesen in:

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Geboren 1947 schildert sie uns, was in den USA so los war kulinarisch und lässt auch keine Katastrophe aus. Falls Ihr diesen Leseempfehlungen folgen mögt: ich habe die Werke zunächst nur in der Übersetzung gelesen und sie sind für einen kleinen Taler nur noch antiquarisch zu haben.

 

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